Besucherzähler:

Handyakku

Bluthochdruck, Hypertonie - Risiken, Prophylaxe und Behandlung

Beitrag teilen: Facebook Twitter Google plus XING LinkedIn AddThis

... zur Rubrik Gesundheit
... zur Startseite

Risikofaktor Bluthochdruck

Bluthochdruck, Hypertonie, ist ein wichtiger Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und weitere Erkrankungen. Welche Risikofaktoren fördern Bluthochdruck? Wie lässt sich zu hoher Blutdruck auf möglichst natürliche Weise senken?



Normaler Blutdruck, Hypertonie und Hypotonie

Der Blutdruck ist der Druck, den das Blut relativ zum Atmosphärendruck in einem Blutgefäß (Arterie, Vene, Kapillare) ausübt. Ist dieser Druck zu hoch, so kann es zu einer Schädigung der betroffenen Gefäße kommen.

Der Blutdruck fällt in unterschiedlichen Blutgefäßen und Regionen des Körpers jeweils unterschiedlich aus. Sofern es nicht näher bezeichnet ist, bezieht sich Blutdruck im allgemeinen auf die großen Arterien auf Herzhöhe.

Als optimaler Blutdruck wird ein Wert von 120 zu 80 mm Hg angesehen. Der obere Wert wird als systolischer Blutdruck bezeichnet und markiert den maximalen Druck, der beim Blutauswurf aus dem Herzen in den Blutkreislauf resultiert. Der untere Wert wird diastolischer Blutdruck genannt und markiert den minimalen Blutdruck im Blutkreislauf.

Ein systolischer Blutdruck von 140 und ein diastolischer Blutdruck von 90 mm Hg gelten als Grenze zum Bluthochdruck (Hypertonie). Bei Werten unter 105 zu 60 spricht man von zu niedrigem Blutdruck (Hypotonie).

Zu niedriger Blutdruck wird als etwas weniger riskant angesehen als zu hoher Blutdruck. Daher fokussiert die WHO in ihrer Diagnostik auch nur unterschiedliche Schweregrade von Bluthochdruck.

Laut WHO gilt dabei folgende Einteilung:

Systolisch (mmHG) Diastolisch (mmHG)
Optimal weniger als 120 weniger als 90
Normal weniger als 130 weniger als 90
Hochnormal 130 bis 139 85 bis 89
Hypertonie Grad 1 140 bis 159 90 bis 99
Hypertonie Grad 2 160 bis 179 100 bis 109
Hypertonie Grad 3 ab 180 ab 110

Risiken von Bluthochdruck und zu niedrigem Blutdruck

Ein zu hoher Blutdruck bleibt oft lange Zeit unbemerkt, weil der Betroffene keine Beschwerden erlebt. Erst im späteren Verlauf und bei höherem Schweregrad zeigen sich Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Sehstörungen sowie Atemnot bereits bei leichten Belastungen. Folgen von zu hohem Blutdruck sind ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßerkrankungen bis hin zu Nierenversagen. Die Lebenserwartung verringert sich bei chronisch hohem Blutdruck.

Daher ist es durchaus sinnvoll, regelmäßig den Blutdruck messen zu lassen oder auch selbst zu messen.

Um Bluthochdruck korrekt diagnostizieren zu können, ist eine Langzeitmessung erforderlich. Auf keinen Fall darf eine einzelne Messung als Anhaltspunkt für das Vorliegen von Bluthochdruck angenommen werden. Auch müssen immer die Umstände der Messung(en) berücksichtig werden.

Siehe dazu auch diesen Beitrag über die Messung von Blutdruck. Der Beitrag verweist auch auf geeignete Blutdruckmessgeräte für den Gebrauch durch Laien.

Allerdings kann es bei zu niedrigem Blutdruck zu akuten Problemen kommen. Zu niedriger Blutdruck bewirkt eine zu geringe Durchblutung peripherer Bereiche aber auch des Gehirns. Ersteres zeigt sich an häufig kalten Hände und Füßen. Letzteres kann sich in ständiger Müdigkeit, Schwindelgefühlen bis hin zu Black-outs äußern. In der Folge kann es zu Stürzen und auch zu schweren Unfällen z.B. im Straßenverkehr kommen.

Risikofaktoren für zu hohen Blutdruck

Bluthochdruck resultiert vor allem aus einseitiger Ernährung und einem Mangel an Bewegung sowie chronischem Stress.

Wichtige Risikofaktoren im einzelnen:
• Übergewicht
• zu hohe Cholesterinwerte
• zu viel Kochsalz in der Ernährung
• zu viel Zucker in Nahrungsmitteln und Getränken
• Rauchen
• zu viel Alkohol
• chronischer Stress (z.B. in der Arbeit aber auch durch familiäre Konflikte)

(Die Reihenfolge beinhaltet keine bestimmte Wertung.)

Insbesondere industriell hergestellte Nahrung und Fast Food enthalten häufig zu viel Salz, Zucker und auch Fette. Auch Fruchtsäfte und Limonaden enthalten meist zu viel Zucker.

Behandlung und Prophylaxe von Hypertonie

Die Therapie von Bluthochdruck beinhaltet üblicherweise die drei Komponenten Ernährungsumstellung, ein Mehr an Bewegung sowie die medikamentöse Therapie. Je mehr man an seinem Verhalten ändert, desto weniger muss man letztlich auf die Errungenschaften der Pharmaindustrie zurückgreifen.

Als Nichtmediziner möchte ich aus unterschiedlichen Gründen keine Ausführungen zur medikamentösen Behandlung vornehmen. Im Falle schweren Bluthochdrucks ist eine medizinische Behandlung allerdings zwingend erforderlich. Dabei werden nicht nur Medikamente verabreicht, sondern ggf. auch strukturelle Ursachen im Herzkreislaufsystem operativ behandelt.

Am günstigsten ist es natürlich, durch bestimmte Verhaltensänderungen prophylaktisch etwas gegen Hypertonie zu unternehmen - lange bevor ernsthafte gesundheitliche Probleme auftreten. Dabei fällt auf, dass ein chronisch abnormer Blutdruck häufig einhergeht mit einem Mangel an Bewegung und einseitiger Ernährung.

Ich möchte hier auf keinen Fall eine völlige Umstellung der Ernährung empfehlen, die für den einen oder anderen zu einem erheblichen Verlust an Lebensqualität führen würde. Es geht nicht darum, zukünftig völlig auf Salz, Fleisch oder Süßes zu verzichten, sondern eine bedarfsgerechte Ernährung sicherzustellen. Wer gern etwas mehr und "Ungesundes" isst, sollte sich dementsprechend z.B. mehr bewegen!

Wer allerdings unter gesundheitsbedrohlichem Bluthochdruck leidet, für den ist die strikte Beachtung der folgenden Verhaltensregeln durchaus sinnvoll:

Viel Bewegung und Ausdauersport! (angepasst an das persönliche Leistungsvermögen)
Das Gewicht reduzieren! (bei deutlichem Übergewicht)
Den Verbrauch an Kochsalz reduzieren!
Den Verbrauch an Zucker reduzieren!
Den Verbrauch an Fetten (fettes Schweinefleisch und Wurstprodukte) reduzieren!
Verstärkte Verwendung von Nahrungsmitteln, die blutdrucksenkend wirken: Tomaten (auch: Ketchup, Tomatensuppe, Tomatensaft), Paprika, Knoblauch...
Auf das Rauchen verzichten!
Auf (übermäßigen) Alkoholgenuss verzichten!

Denken Sie bitte auch an den versteckten hohen Gehalt von Zucker und Salz in industriell hergestellten Lebensmitteln! Bereiten Sie Speisen besser selbst zu und geben Sie Salz dabei erst ganz zuletzt zu, so dass der gewünschte salzige Geschmack erhalten bleibt!

Bewegen Sie sich und treiben Sie Sport. Geeignet sind dabei vor allem die klassischen Ausdauersportarten Joggen, Radfahren, Wandern. Eher nicht geeignet sind Kraftsport, Kampfsport und Ballsportarten, da hier Fokus auf kurzzeitiger Anspannung liegt.

Gesund durch Sport - welche Sportart ist für mich die richtige?

Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass auch eine Überlastung durch zu viel Sport zu Herzproblemen führen kann! So ist es auch schon vorgekommen, dass Leistungssportler mitten im Training mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen sind.


Zitat François Marie Voltaire Gesundheit Geld verloren

Weitere Zitate und Sprüche


Insbesondere im Falle von Infektionen wie etwa Grippe sollte man sich keiner körperlichen Belastung durch Sport aussetzen! Die Annahme, dass Sport eine effektive Maßnahme zum Ausschwitzen von Erkältungen ist, zählt eindeutig zu den Sportmythen!

Nach Herzinfarkten, Operationen usw. ist eine angemessene Steigerung der körperlichen Aktivitäten unter ärztlicher Überwachung (Reha-Sport) angezeigt.

Aber auch psychische Belastung und Fehlbeanspruchung (Stress) ist als ein wichtiger Risikofaktor zur Entstehung chronisch erhöhten Blutdrucks zu sehen. Dabei sind sowohl Belastungen in der Familie als auch im Kontext der Arbeit (erhöhte Arbeitsintensität, wenig eigene Kontrolle, Mobbing...) zu betrachten. Dies ist ein Thema für das Stressmanagement.



Hiermit können Sie diesen Beitrag in weitere soziale Netzwerke eintragen:

Twitter Facebook MySpace Mister Wong deli.cio.us Digg Google Bookmarks Windows Live Yahoo! Bookmarks Folkd Linkarena Newsvine reddit StumbleUpon Technorati Wikio DE Yigg



© Falk Richter 2004-2013 (http://www.falkrichter.de) / Zuletzt geändert: 26.03.2013 / Impressum / Datenschutz